Header Nordsee Internat

SUCHE

WohnenKONZEPTE   SCHULEN   FREIZEIT   INFORMATIONEN   KONTAKT

100% Erfolgsquote, freie Schulwahl, G9

Interview mit Rüdiger Hoff, Leiter des Nordsee-Internat St. Peter-Ording

Die aktuelle Hamburger Schuldiskussion wird auch in Schleswig-Holstein aufmerksam verfolgt. Zum Thema befragt: Rüdiger Hoff (42), Leiter des Nordsee-Internats St. Peter-Ording.


Frage: 
Wie bewerten Sie die schulpolitischen Pläne der Hamburger Koalition?
Hoff: Die Grundidee der Reform gefällt mir:  Eine intensivere, individuellere Förderung durch deutlich kleinere Klassen und eine auf sechs Jahre verlängerte gemeinsame Schulzeit sind ein guter Weg. Wie sich die geplante Reform konkret umsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Widersprüche, wie z.B. das Schaffen kleinerer Klassen mit der vom Senat angekündigten Streichung mehrerer hundert Lehrerstellen, warten darauf gelöst zu werden.

Frage:
Kritiker fürchten, dass leistungsstarke Kinder an der Primarschule nicht so viel lernen wie auf dem Gymnasium. Werden Hamburger Eltern ihre Kinder jetzt „außer Landes“ bringen?
Hoff: Wir bemerken tatsächlich eine steigende Nachfrage, aber wir hatten seit jeher immer viele Schüler aus dem Großraum Hamburg. Deutlich kritischer sehe ich die Entscheidung, dass der Elternwille nicht mehr bestehen soll. Das werden sich viele Eltern nicht gefallen lassen und nach Alternativen suchen. Ausschlaggebender als politische Entscheidungen aber sind immer noch die individuellen Angebote des jeweiligen Schul-Standortes wie die Einrichtung einer Ganztagsschule, ein umfangreiches Sprachangebot, bilingualer Unterricht und natürlich kompetente Lehrkräfte.

Frage:
Welche Auswirkungen wird diese Reform auf das Nordsee-Internat haben?
Hoff: Die Auswirkungen auf unser Internat sind vergleichsweise gering. Wir werden von der Grundschule bis zum Gymnasium weiterhin alle Schularten anbieten und vor allem  durch eine hohe Schul-Durchlässigkeit überzeugen. Besonders stolz sind wir auch in diesem Jahr wieder auf unsere hohe Erfolgsquote  von 100 % und einem Anteil von 35% „Schul-Aufsteigern“.  Mehr Auswirkungen spüren wir aufgrund der G8/G9-Diskussion. Wir sind das letzte Bundesland, das noch das neunjährige Gymnasium praktiziert. Viele Eltern bzw. Schüler kommen zu uns, um noch in Ruhe nach neun Jahren das Abitur zu machen. Ab dem Schuljahr 2011/2012  werden wir voraussichtlich G8 und G9 nebeneinander anbieten können.

Frage:
Was entgegnen Sie jenen Kritikern, die Internate für Eliteeinrichtungen für Kinder aus begüterten Elternhäusern halten, und warum sollten Eltern ihr Kind heute im Nordsee-Internat einschulen? Was unterscheidet Sie von anderen Internaten?
Hoff: Unsere Schüler besuchen die öffentlichen Schulen in St. Peter-Ording. Das bedeutet, hier trifft jeder Jeden, allerdings in überschaubaren Klassen und unter individueller Förderung. Damit kombinieren wir das Beste aus beiden Welten zu einem moderaten Preis: Die durchaus vorhandenen Stärken des öffentlichen Schulsystems mit den Vorteilen eines privaten Internates. Unser Konzept ist bewusst ein Anderes und unterscheidet uns grundlegend von den sogenannten „Eliteeinrichtungen“.