Internat mit Urlaubsfeeling

Im Nordsee-Internat St. Peter-Ording macht Lernen Spaß. Durch spezielle Förderangebote, aber auch durch ein vielfältiges Freizeitprogramm und die schöne Umgebung bringen Schüler aller Schulformen Höchstleistungen.

Ihre Augen strahlen, wenn sich Mareike Delfs (20) an die letzten zwei Jahre in St. Peter-Ording erinnert. Immer wieder wirft sie ihre langen, braunen Locken nach hinten und bricht in fröhliches Gelächter aus. Die Worte sprudeln nur so aus ihr hervor. Begeistert erzählt sie von ihrer Zeit im Dünenhaus, von der Mädchenfußballmannschaft, dem Essen in der Mensa und natürlich den Strandausflügen mit ihren Mitschülern. „Ich vermisse das richtig“, sagt sie. „Ich habe mich gefühlt wie in einer Großfamilie.“


Vor kurzem hat Mareike ihr Abitur gemacht und das Nordsee-Internat schweren Herzens verlassen. Den Entschluss, vom Gymnasium Altenholz auf das Internat zu wechseln, fasste die 20-Jährige Anfang 2006, nach ihrem Auslandsjahr in Amerika. Weil sie mit den Lehrern Probleme hatte und einen Neustart wollte, machte sie sich im Internet auf die Suche nach einer anderen Schule – und landete beim Nordsee-Internat. „Das war meine eigene Entscheidung“, betont sie. „Ich wollte immer schon mal auf ein Internat.“ „Und es hat sich gelohnt!“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Mareikes Noten sind besser geworden, und nach ihrem Abschluss konnte sie zwischen mehreren Ausbildungsplätzen wählen. Im September beginnt sie nun ihre Lehre zur Bankkauffrau bei der HSH Nordbank in Kiel.


Mareikes Erfolg ist kein Einzelfall. In diesem Jahr haben alle Internatsschüler ihren Abschluss geschafft, sind entweder in die nächsthöhere Schule aufgestiegen oder haben bereits einen Ausbildungs- oder Studienplatz in der Tasche. „Das Besondere an unserem Konzept ist die Eigenständigkeit von Schule und Internat“, erklärt der pädagogische Leiter Rüdiger Hoff. Die Schüler leben zwar auf dem Internatsgelände, gehen aber in öffentliche Schulen in St. Peter-Ording. So können Schüler aller Schulformen – sei es Grund-, Haupt-, Realschule oder Gymnasium – aufgenommen werden. Alle Schulen arbeiten eng mit dem Internat zusammen und sind in wenigen Minuten zu erreichen. Mareike erinnert sich, dass die „normalen Schüler“ erst ein wenig skeptisch waren, als sie als Internatsbewohnerin im Gymnasium auftauchte. „Aber das Eis ist schnell gebrochen, und dann hatte ich ganz viele Freunde im Dorf, die mich oft auf dem Campus besucht haben.“ Insgesamt leben ungefähr 120 Kinder und Jugendliche auf dem Gelände, in fünf verschiedenen Häusern. Im Sonnenhaus leben die jüngsten Schüler, im Heide- und Deichhaus wohnen die Schüler der 7. bis 10. Klasse, die Oberstufenschüler leben im Dünenhaus oder der Primaner-WG. Jedes Haus hat ein festes Pädagogen- und Betreuerteam.


Das enge Zusammenleben mit den anderen Schülern hat Mareike Spaß gemacht. Auch mit den Jungs gab es keine Schwierigkeiten. „Die hatten ja ihre eigene Etage!“, erzählt sie. Außerdem hatte sie die meiste Zeit ein Einzelzimmer, in das sie sich zurückziehen konnte. Die 20-Jährige beschreibt die Häuser als Familien: „Die Erzieher sind die Eltern und die Schüler die Kinder.“ Zu streng fand Mareike die Regeln des Internats nie, auch nicht die Förderprogramme wie die tägliche zweistündige Lernzeit mit Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht. „Das ist eben nötig, wenn man einen guten Ausbildungsplatz haben will“, weiß Mareike aus eigener Erfahrung.


Doch auch der Freizeitspaß kommt nicht zu kurz: Aus 50 Kursen können die Schüler wählen – von Fußball und Reiten über Computer- und Kochkurse bis zu Beachvolleyball und Strandsegeln. „Oft habe ich mich wie im Urlaub gefühlt“, schwärmt Mareike. Jederzeit würde sie sich wieder für das Nordsee-Internat entscheiden. Ihr Fazit: „Besonders gut hat mir die familiäre Atmosphäre gefallen und dass ich mich aufgehoben gefühlt habe. Und natürlich auch, dass ich besser in der Schule geworden bin!“ Nur eines gefällt Mareike gar nicht gut: Wegen des leckeren Essens in der Mensa hat sie ein paar Kilos zugenommen.

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