Leben wie in einer Jugendherberge

Die Internatssprecherin Katharina Schmidt (18) besucht den 13. Jahrgang des Nordseegymnasiums. Mit KIELerLEBEN sprach sie über ihr neues Amt und die Vorteile des Internatslebens.

KIELerLEBEN: Mit 15 Jahren bist du ins Nordsee-Internat gekommen – warum?
Katharina Schmidt: Meine Noten waren schlecht, und ich wollte lieber mit Freunden weggehen als für die Schule zu lernen. Deshalb haben meine Eltern mich aufs Internat geschickt. Aber St. Peter-Ording habe ich mir selbst ausgesucht – wegen des tollen Sportangebots und der Lage am Strand. Außerdem gefiel mir, dass die Schüler auf öffentliche Schulen gehen. Dadurch ist das Ganze nicht so elitär.

Hast du dich schnell eingelebt?
Ja. Die ersten zwei Monate hatte ich zwar noch Heimweh und bin so oft wie möglich nach Hause gefahren, aber dann wollte ich gar nicht mehr weg. Mittlerweile verbringe ich fast jedes Wochenende in St. Peter-Ording. Das Leben ist ein bisschen wie in einer Jugendherberge – trotz Schule.

Du wohnst in der Primaner-WG. Welche Vorzüge hat das?
Die Primaner-WG ist totaler Luxus! Wir wohnen zu acht, haben sechs Einzel- und ein Doppelzimmer, ein eigenes Wohnzimmer und eine kleine Küche. Die WG ist aber nur für Oberstufenschüler, die zuverlässig sind, in der Schule gute Leistungen bringen und sich sozial engagieren.

Wie engagierst du dich sozial?
Vor kurzem wurde ich zur Internatssprecherin gewählt. Ich bin jetzt das Bindeglied zwischen den Schülern und der Internatsleitung. Das macht mir großen Spaß! Ich setze mich gern für andere ein und gebe ihnen ein gutes Gefühl. Besonders die Betreuung der Neuankömmlinge gefällt mir. Bei meiner Ankunft hatte ich auch das Glück, dass sich ein älterer Schüler um mich gekümmert hat.

Was macht das Nordsee-Internat besser als „normale Schulen“?
Ganz klar: die Förderprogramme! Durch den Nachhilfeunterricht und die Lerngruppen bin ich deutlich besser geworden. Ich habe mehr Spaß in der Schule, und die Erfolge machen mich selbstsicherer. Außerdem wird man aufs Berufsleben vorbereitet. Wir trainieren zum Beispiel Bewerbungsgespräche...

... und es gibt bilingualen Unterricht.
Genau! Das Gymnasium ist eine sogenannte „Europaschule“. Der Unterricht ist zum Teil auf Englisch, und es werden viele Sprachen angeboten. Ich lerne seit zwei Jahren Spanisch. Oft haben wir auch Austauschschüler da oder jemand von uns geht für ein halbes Jahr weg.

Was ist für dich das Besondere am Nordsee-Internat?
Der Kontakt mit vielen verschiedenen Persönlichkeiten, die man vielleicht sonst nie kennen gelernt hätte. Und der gute Bezug zu den beiden Internatsleitern Rainer von Bülow und Rüdiger Hoff. Man kann immer zu ihnen kommen, wenn man ein Problem hat. Es gibt da keine Hemmschwelle.

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