nsi Zukunftskonferenz 2021

nsi: Herr Webb, die meisten von uns haben noch nie von einer Zukunftskonferenz gehört. Wie können wir uns das vorstellen?

64 Persönlichkeiten kommen drei Tage lang zusammen und entwickeln Ideen dazu, wie nun die Zukunft einer Organisation – hier das Nordsee-Internat mitsamt Campus – in 10 Jahren aussehen sollte.

nsi: Woher wollen die Leute denn wissen, was in zehn Jahren sein wird?

Sie müssen nicht „wissen“, was sein wird. Sie sollen beschreiben, wie sie es gerne hätten. Aus diesen – sagen wir - Wunschbildern kann man die Gemeinsamkeiten herausarbeiten. Wenn die Gemeinsamkeiten erkennbar sind, haben Leute eine sehr solide Basis, kreativ nach Kooperationsmöglichkeiten zu schauen.

nsi: Stimmt es, dass gar keine Vorträge gehalten werden?

Vorträge sind dafür da, dass Experten erzählen, was gut wäre. Wenn jedoch hier beim nsi andere Voraussetzungen gegeben sind, dann greifen die Modelle der Experten eben nicht. Oft ist es dann effektiver – statt nach Experten zu suchen – eigene Ideen zu entwickeln. Dafür ist die Zukunftskonferenz da.

nsi: Wenn das so gut ist, warum gibt es nicht mehr davon?

In vielen Organisationen agiert die Leitungsebene nach dem Modell, „Wir sind hier die Manager. Wir denken uns kluge Ideen aus, und sagen dann allen anderen, was zu tun ist.“ Manager, die so vorgehen, merken oft, dass nicht immer alle Mitarbeiter das machen, was ihnen gesagt wird.

Die Situation ist anders, wenn die Leitungsebene erst einmal schaut, welche Maßnahmen dann von allen Beteiligten befürwortet werden (z.B. von Kunden, von Mitarbeitern, von Sponsoren, von Behörden). Daher spielen so unterschiedliche Leute eine Rolle bei der Konferenz. Natürlich sind Mitarbeiter und Pädagogen dabei. Aber auch Eltern und Schüler und Ehemalige und Menschen aus der Wirtschaft und Politik.

Das ist das Ungewöhnliche an einer Zukunftskonferenz. Hier können nur solche Projekte entstehen, die von allen Beteiligten mitgetragen werden. Und dafür braucht man Techniken, die es erlauben, effektiv zu schauen, was Leute tatsächlich wollen. Was finden sie wichtig? Wobei würden sie denn mitmachen?

Neue Formen der Zusammenarbeit finden sich viel leichter, wenn jeder der Beteiligten weiß, „Nicht nur ich will dieses Projekt; alle anderen wollen es auch!“

John Webb

John Carl Webb ist Trainer für Life-Work Planning Seminare und Fachmann für Unternehmens- und Karriereberatung sowie berufliche Qualifikation.

Er absolvierte sein Studium in den USA und an der Universität Münster. Er hat das LWP-Verfahren bei Richard N. Bolles und Daniel Porot gelernt und kontinuierlich in zahlreichen Seminaren weiterentwickelt.

Wie kann ich mir den Ablauf einer Zukunftskonferenz vorstellen?

Hier finden Sie weitere Informationen zur Entstehung und Durchführung einer Zukunftskonferenz.

  • Wie beginnt die Vorbereitung?
  • Wie sieht ein Verlaufsplan aus?
  • Wie erfolgt die Nachbereitung?

  

Unterschiede zu „normalen" Konferenzen

„Normale“ Vorstellungen von Konferenzen gehen oft davon aus, dass unbefriedigende Situationen durch „richtige“ Informationen von Experten verändert werden können. Ebenso gilt häufig die Annahme, dass wir etwas verändern können, wenn wir nur jemanden finden, der uns sagt, was wir tun sollen. Beides führte jedoch in der Vergangenheit selten zu Ergebnissen.

Die Zukunftskonferenz stellt diese beiden Prämissen auf den Kopf: An die Stelle von Experten-Ansprachen treten Arbeitsgruppen. Die Beteiligten werden entdecken, dass sie bereits die notwendigen Informationen und Fähigkeiten haben, um selbst die Situation zu verändern. Was sie benötigen ist die Gelegenheit, aktiv zu werden.

Die entstehenden Aktivitäten nehmen andere Formen an, wenn der Austausch nicht in vertrautem, sondern in einem möglichst heterogenen Rahmen stattfindet. In den Vordergrund tritt, dass die Teilnehmer voneinander lernen und Einblick in die jeweils anderen Gruppendiskussionen gewinnen. Damit wird die eigene Realität erweitert, die gewonnenen Erkenntnisse können situations-gerechter umgesetzt werden.

Das wichtigste an dem gesamten Prozess ist die Erkenntnis, dass es wesentlich leichter fällt, die Formen der Zusammenarbeit zu verändern als die Haltung oder die Meinung eines anderen Teilnehmers. In dem Maße, wie es gelingt, die unterschiedlichen Facetten eines Themas zu betrachten und die gemeinsamen Ziele zu formulieren, fächert sich ein breites Betätigungsfeld auf.

Gemeinsames Handeln wird möglich.

 

Wir freuen uns auf die Zukunftskonferenz 2021 und viele tolle Ideen

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